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Letzte Ausfahrt des Jahres mit Kostümen

Ausfahrtgn Hoogstede. Die Mitglieder des Oltimertracktorclubs „De Hoogsteder Treckerbüüls sind am Sonnabend vor Weihnachten zu ihrer letzten Ausflug in diesem Jahr gestartet. Aber es war kein normaler Ausflug, weil alle Teilnehmer als Weihnachtsmänner oder -frauen verkleidet waren.
Treffpunkt war am Mittag bei der Tankstelle an der Kreisstraße 15. Von dort tuckerten rund 30 historischen Schlepper zunächst durch Hoogstede, bevor sich die Kolonne weiter in Richtung Tinholt bewegte. Auf einer Wiese, die die Familie Middendorf zur Verfügung gestellt hatte, legten Menschen und Maschinen eine Rast ein. Hier konnten sich die Teilnehmer mit Getränken aufwärmen, mit Kollegen fachsimpeln und die Schlepper der anderen genau unter die Lupe nehmen und bestaunen.
Im Anschluss ging es wieder im Treckerkorso weiter in Richtung Esche. Nach einem kurzen Abstecher durch das Escher Feld erreichten die „Hoogsteder Treckerbüüls" die Endstation auf dem Hof Gosink. Dort konnten sie sich noch einmal nach der Fahrt ohne schützende Kabine bei Glühwein und Grillfleisch aufwärmen. Der Ausflug soll im kommenden Jahr wiederholt werden.

Heimatverein sehr aktiv

Viel vor im neuen Jahr hat der Heimatverein Hoogstede. Die Sänger wollen eine CD produzieren und die Forscher arbeiten mit Hochdruck an einer Chronik. Diese soll spätestens in der ersten Jahreshälfte 2009 fertig sein. Dafür will der Heimatverein „Gas geben".

gn hoogstede. Die Jahresmitgliederversammlung des Heimatvereins Hoogstede-Arkel war mit 70 Mitgliedern wieder sehr gut besucht. Vorsitzender Johann Jeurink berichtete detailliert über alle Aktivitäten des abgelaufenen Jahres
Die wichtigsten erstellten Objekte waren die drei Weidetore, die in Tinholt, Kalle und Berge aufgestellt wurden. Auf dem Hof Weuste, dem Domizil des Heimatvereins, hat man einen rund 60 Quadratmeter großen „Klönhook" ausgepflastert und angelegt. Die meisten Stunden wurden jedoch in die Feldbahn investiert. Diese, bestehend aus einer Lok sowie eines Brigadewagens und einer Sandlore mussten in mühevoller Arbeit wieder hergerichtet werden.
Aber auch die Veranstaltungen, wie zum Beispiel „Fietsen ohne Grenzen" und der „andere Adventssamstag" erforderten sehr viele Einsatzstunden und organisatorische Arbeiten. Erfreulicherweise beteiligten sich daran viele freiwillige Helfer. „Die Mitglieder sind immer wieder bereit, hier und da mal für „ihren Heimatverein" einzuspringen", so der Vorsitzende. Dieses sei in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich und insoweit entsprechend zu schätzen und zu würdigen.
Dem Heimatverein gehören inzwischen 237 Mitglieder an, nachdem im Berichtsjahr weitere 59 Mitglieder aufgenommen werden konnten. Aber auch die jeweiligen Vorsteher der einzelnen Abteilungen – wie zum Beispiel der Heimatsänger, der Middewinterhornbläser, des Arbeitskreises „Heimatforschung" und des Oldtimerclubs Hoogsteder „Trekkerbühls" – berichteten über die Aktivitäten und waren mit dem Ablauf des Berichtsjahres durchaus zufrieden.
Willi Evers kündigte an, dass die Heimatsänger im Laufe des nächsten Jahres eine CD erstellen wollen. Dieses sei für die Heimatsänger eine Herausforderung. Der Koordinator des Arbeitskreises „Heimatforschung", Pastor Dr. Gerrit Jan Beuker, bat die Arbeitskreismitgliedem und alle die freiwillig an der Erstellung der Hoogsteder Chronik mitarbeiten, „Gas zu geben" um eine termingerechte Erstellung zu gewährleisten. Diese soll spätestens in der ersten Jahreshälfte 2009 fertig erstellt sein.
Vom Heimatverein durchgeführte Nachforschungen haben ergeben, dass die Gildschaft Scheerhorn erstmals im Jahr 1209 urkundlich genannt wird. Eine Abschrift dieser Urkunde, die im Archiv in Burgsteinfurt hinterlegt war, hat der Heimatverein der politischen Gemeinde offiziell zur weiteren Verwendung im Herbst überreicht. Ob damit eine mögliche 800-Jahr-Feier angestoßen wurde, bleibt abzuwarten.
Für das turnusmäßig ausscheidende Vorstandsmitglied Hermann Breukelman, das aus beruflichen Gründen nicht wieder kandidierte, wählte die Mitgliederversammlung Herbert Ensink. Die weiteren turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Imi Bouwers und Johann Jeurink sowie Beiratsmitglieder Tieme Bouwers, Jan-Hindrik Jonker und Jan Scholten wurden einstimmig für zwei weitere Jahre wieder gewählt. Im Anschluss an diese Mitgliederversammlung zeigte Pastor Dr. Beuker historische Bilder.

Heimatverein Hoogstede-Arkel lud zum zweiten Mal zu einem „Anderen Adventsmarkt" im Zelt ein

Adventah Hoogstede. „Henni, ist’t kloar?" Neugierig schaut eine Besucherin durch die Tür des Nebengebäudes des Hofes Weuste, in dem Henni Breukelman, Immi Bouwers und Hildegard Jeurink gerade etwa 300 Portionen Stockfisch zubereiten. In der Luft liegt der unverwechselbare Geruch der in der Grafschaft sehr beliebten Fischspezialität. Es dampft aus acht großen Einkochkesseln. Bei einem hebt sich der Deckel gerade bedrohlich an. „Pass auf, es kocht über", ruft Bouwers. Breukelman nimmt den Deckel kurz ab, und schon ist alles wieder in Ordnung.
30 Kilogramm Stockfisch, 75 Kilogramm Kartoffeln und 25 Kilogramm Mischobst, dazu noch 50 Päckchen Butter. Das sind die nackten Zahlen für das diesjährige große Stockfischessen, des kulinarischen Höhepunkts beim zweiten „Anderen Adventsnachmittag" des Heimatvereins Hoogstede-Arkel auf dem Hof Weuste.
Dahinter stecken jedoch viele Stunden Arbeit. Den Stockfisch sägen, enthäuten und zu kleinen Bündchen zu je etwa 140 bis 150 Gramm zusammenbinden, dazu die anderthalb Zentner Kartoffeln schälen: Allein mit diesen Aufgaben seien am Freitagnachmittag 20 Leute mehr als drei Stunden beschäftigt gewesen, berichten Henni Breukelman und Immi Bouwers.
Am Sonnabend dann müssen Fisch und Kartoffeln rechtzeitig gegart werden, damit gegen Abend die Portionen zu je zehn Euro, serviert mit einem Gläschen Weißwein, ausgegeben werden können. Bereits seit halb Zwölf am Mittag sind die acht Einkochkessel deshalb im Einsatz. „Die Stromversorgung muss schon sehr gut sein", meint Köchin Breukelman, „sonst gibt’s ungaren Stockfisch."
Doch das Stromnetz hält: Gegen halb Fünf gehen die ersten Portionen über den Tisch. Die Alternative zum Stockfisch sieht etwas bürgerlicher aus und lässt sich zudem erheblich schneller zubereiten. Wer die Fischspezialität nicht mag, kann sich mit einer Bratwurst und einer Portion Kartoffelsalat stärken.
Doch nicht nur bei der Essensausgabe sind viele freiwillige Helfer des Heimatvereins erforderlich. Der Vereinsvorsitzende Johann Jeurink hat ausgerechnet, dass im Rahmen des anderen Adventsnachmittags etwa 380 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet werden. Dabei sei es kein Problem gewesen, Helfer zu finden. „Alle arbeiten gerne für ihren Heimatverein", freut sich Jeurink.
Die musikalische Untermalung der Veranstaltung mit weihnachtlichen Klängen übernahmen die Hoogsteder Heimatsänger unter der Leitung der beiden Akkordeonspieler Karl-Heinz Determann und Detlef Szczepski sowie der Posaunenchor. Zudem ließen einige Middewinterhornbläser ihre urigen Instrumente erschallen.

Auszeichnungah Hoogstede. Der CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers hat den Heimatverein Hoogstede-Arkel mit einem Preis der CDU-Landtagsfraktion ausgezeichnet. Die Aktion „Der springende Punkt" ist ein Wettbewerb für mehr effektive Ideen, Initiativen und Innovationen in Niedersachsen. Die Fraktion will damit der politischen Arbeit im ländlichen Raum neue Impulse geben und Vereine und Verbände ehren, die sich besonders verdient gemacht haben für den ländlichen Raum.
Grund für die Auszeichnung sind die drei Weidetore aus Eichenholz, die Mitglieder des Heimatvereins Hoogstede-Arkel im Frühjahr aufgestellt hatten. Der Heimatverein habe damit ein Stück Tradition bewahrt, meinte Hilbers, der dem Vorsitzenden Johann Jeurink im Rahmen des „anderen Adventsnachmittags" die Urkunde überreichte. Der CDU-Politiker bezeichnete das Aufstellen der Weidetore als „tolle Initiative".

Denkmal in Hoogstede

Mit dem Aufstellen einer Schautafel wurden die Arbeiten am neuen Denkmal am Ortseingang Hoogstedes an der Kreisstraße 15 an der Abzweigung Molkereistraße beendet. Die dort aufgestellte historische Feldbahn, bestehend aus Lok und Lore, erinnert an die Geschichte der früheren Moorbahn, deren Trasse früher fast genau am jetzigen Standort vorbei in Richtung Bathorn verlief.

Feldbahnah HOOGSTEDE. Bei der Moorkultivierung waren Feldbahnen unentbehrliche Hilfsmittel. Insgesamt 13 Diesellokomotiven und 20 Kilometer Bahngleise standen bereits in den dreißiger Jahren rund um Hoogstede zur Verfügung. Doch diese wurde auch für ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte genutzt.
1936 wurde in Bathorn das Strafgefangenenlager aufgebaut und 1939 von der Landesjustizverwaltung an die Wehrmacht übergeben. Unmittelbar darauf trafen bereits die ersten Kriegsgefangenen aus Polen, Holland, Belgien und Frankreich ein, die sowohl in der Moorkultivierung als auch im Wege- und Straßenbau eingesetzt wurden.
Mit den Feldbahnen wurden die Kriegsgefangenen in so genannten „Brigadewagen" vom Bahnhof Hoogstede zu den einzelnen Lagern – unter anderem auch in Alexisdorf und Bathorn – bis ins nördliche Emsland transportiert. Mit dem Ende des Krieges kamen alle Maßnahmen zum Erliegen, ehe kurz darauf die Wiederaufnahme der Arbeiten – zunächst mit fünf Dieselloks – begannen.
Ostvertriebene, die inzwischen in den Lagern Bathorn und Alexisdorf eine Bleibe gefunden hatten, nahmen gemeinsam mit dem aus den Kriegswirren zurückgekehrten Stammpersonal der Bauleitung die Arbeit wieder auf. Unter anderem wurde die Befestigung von Wirtschaftswegen voran getrieben und der Sandabbau im Stapenberg – dem heutigen Standort des Schützenfestplatzes – durchgeführt. Insgesamt wurden knapp vier Jahrzehnte Erschließungsarbeit unter teilweise außergewöhnlichen Bedingungen geleistet, bei denen die Feldbahn immer mit im Einsatz war. In unwegsamem Gelände werden Feldbahnen auch heute noch eingesetzt, allerdings mit abnehmender Tendenz.
Mit Hilfe der beiden Zeitzeugen Hermann Kronemeyer und Jan-Hindrik Olthoff sowie einem Zeitungsbericht der Grafschafter Nachrichten vom 4. April 1967 hat der Vorsitzende des Heimatvereins Hoogstede-Arkel, Johann Jeurink, die Geschichte der Feldbahn rekonstruiert. Seit einigen Tagen können Besucher des neuen Denkmals, das Mitglieder des Heimatvereins in Eigenleistung restauriert haben, diese der neuen, eigens angefertigten Schautafel entnehmen.
Jeurink berichtete, dass hauptsächlich die Handwerker vom Heimatverein, Jan-Hindrik Teunis, Georg Büdden und Jan-Hindrik Jonker, viel Zeit in die Restaurierung der Feldbahn gesteckt haben. Die Schautafel rundet das gesamte Ensemble nun ab. „Unsere Nachkommen müssen die ganze Geschichte der Feldbahn kennen", ist Jeurink wichtig, dass nicht nur die positiven Seiten von Lok und Lore, sondern auch die traurige Geschichte bekannt wird.
Durch die 72-Stunden-Aktion der Landjugend wurde die Errichtung des Feldbahn-Denkmals zu einer Gemeinschaftsaktion vom Heimatverein und den Landjugendlichen in Hoogstede. Diese errichteten einen „Bahnhofsplatz" für die historische Feldbahn mit einem festen Fundament für Lok und Lore, einer Willkommenstafel, Sitzgelegenheiten für Besucher und einige Anpflanzungen.
Für Jeurink ist diese Aktion Grund genug, die Kooperation von Heimatverein und Landjugend auszuweiten. „Es gibt einige Parallelen zwischen beiden Vereinen", findet der erste Vorsitzende. In einer gemeinsamen Vorstandssitzung wolle man ausloten, in welchen Bereichen eine weitere Zusammenarbeit möglich sei, um „zu Gunsten der Gemeinde etwas zu bewegen", berichtete Jeurink.