Heimatverein Hoogstede-Arkel übergibt Lok und zwei Waggons an die Gemeinde

Mit dem Denkmal am Ortseingang an der Kreisstraße 15 (Hoogstede-Twist), Ecke Molkereistraße, soll an die Zeit des Torfabbaus und der Moorkultivierung erinnert werden. Der Standort liegt in der Nähe der früheren Trasse nach Bathorn. Mitglieder des Heimatvereins haben die Moorbahn in Eigenleistung restauriert.

hlw hoogstede. Die Lok und den Packwagen stellte die Firma Ehrenborg und Fortmann kostenlos zur Verfügung. Mit Hilfe eines ungenannten Vermittlers kam noch eine Kipplore hinzu, berichtete der Vorsitzende des Heimatvereins Hoogstede-Arkel, Johann Jeurink, vor Kurzem bei der Übergabe des Denkmals an die Gemeinde Hoogstede.

Alle Fahrzeuge sind zunächst bei der Firma Schipper in Ringe sandgestrahlt und danach in der Werkstatt von Jan-Hindrik Teunis von Mitgliedern des Heimatvereins instand gesetzt worden. Anschließend wurden die Schienenfahrzeuge zwei Mal grundiert und mit dem so genannten letzten Anstrich versehen. Die Lok, die noch immer über den Original-Deutz-Zweizylinder-Dieselmotor verfügt, erhielt außerdem ein neues Verdeck. Den Packwagen hat der Heimatverein mit Weißtorf aus Kaliningrad beladen. Die Kipplore zieren Blumen.

Die Feldbahn soll an die Trasse erinnern, die der Reichsarbeitsdienst um 1938 an dieser Stelle baute. Die Feldbahn wurde damals für den
Sandtransport eingesetzt. Fast der komplette "Stapenberg" sei in Handarbeit abgetragen worden, berichtete Jeurink. Der Sand sei zum Bathorner Diek transportiert worden, um bessere Verhältnisse bei der Moorkultivierung zu erhalten. Über den gesamten Trassenverlauf, die Geschichte des Reichsarbeitsdienstes und der Gefangenenlager werde demnächst in der Dorfchronik mehr zu lesen sein, kündigte der Vorsitzende an.

Weiter sagte Jeurink, dass Hoogstede mit seinen neuen Siedlungen, der Vechte und Lee, den Berger Tannen und den Hochmoorflächen eine Menge zu bieten habe. "Unser Dorf lebt – unser Dorfleben ist in Ordnung", meinte Jeurink. Im vor zwei Jahren gegründeten Heimatverein Hoogstede-Arkel engagierten sich heute mehr als 200 Mitglieder. Wenn sich alle Mitglieder mit eingebunden fühlten, könne der Verein noch einiges für Hoogstede bewegen, aber: "Wir wollen nicht die verlängerte Werkbank irgendwelcher Leute sein", warnte Jeurink.
Der Vorsitzende übergab den Platz mit der Feldbahn an die Gemeinde, die durch Bürgermeister Jan Ensink, und seine Stellvertreter Fritz Berends und Hannelore Scholten vertreten war. "Die Gemeinde Hoogstede lebt von diesen Verbänden und Vereinen. Sie sind im Dorf aktiv
und beteiligen sich, wo immer sie gefragt sind", lobte Ensink.

Die Mitglieder des Heimatvereins hätten keine Arbeit gescheut, um die Feldbahn wieder auf Vordermann zu bringen. Nun stehe die Lok hier, wo sie damals ihren Dienst getan habe, so Ensink weiter. Aber nicht nur Füllsand sei mit ihr transportiert worden, sie sei auch für andere Transporte eingesetzt worden. Als Kind habe er gesehen, wie Menschen unter Bewachung damit transportiert worden seien, berichtete Ensink.
Zum Schluss regte der Bürgermeister gleich das nächste Projekt an: 1977 sei von Unbekannt bei der Gemeinde der Antrag gestellt worden, im Bereich des Transformators an der Molkereistraße eine Bank aufzustellen. Dies sei damals zwar einstimmig beschlossen worden. Die Bank sei aber bis heute nicht aufgestellt worden. Vielleicht werde der Wunsch nach über 30 Jahren noch einmal Wirklichkeit, meinte Ensink.