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Ausstellung zum 800-jährigen Bestehen Hoogstedes

Der Heimatverein Hoogstede-Arkel lässt am kommenden Mittwoch, 4. Juli, ab 14.30 Uhr im reformierten Gemeindehaus über 100 Jahre Ortsgeschichte mit einer Diaschau sichtbar werden. Alle Senioren aus Hoogstede und Umgebung sind eingeladen.

Seit über einem Jahr beschäftigen sich gut zwanzig Heimatfreunde in einem Arbeitskreis mit der Aufarbeitung der Dorfgeschichte. Im Jahr 1209 wurde die "Gildschaft Scheerhorn", zu der auch Hoogstede zählte, erstmals urkundlich erwähnt.

Zum 800-jährigen Bestehen Hoogstedes im Herbst 2009 soll die Geschichte des Dorfes mit den zugehörigen Bauernschaften Arkel, Kalle, Tinholt, Berge, Scheerhorn und Bathorn so weit und so gut wie möglich beschrieben werden. Dr. Gerrit Jan Beuker, Pastor der altreformierten Kirchengemeinde, koordiniert diese Arbeit.

Er weist darauf hin, dass der Heimatverein bei dieser Arbeit auf Mithilfe aus dem Dorf angewiesen ist. Beuker selbst hat inzwischen mehr als 1000 Fotos digitalisiert und möchte beim Seniorennachmittag davon rund 450 Aufnahmen auf einer Großleinwand zeigen.

Die schwarzweißen Fotos bieten nach Auffassung des Heimatvereins überraschende Einblicke in das dörfliche Leben aus den vergangenen hundert Jahren. Die Bilder sind in mehr als dreißig Kategorien eingeteilt, darunter Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft, Schule, Kirche, Gaststätten, Geschäfte, Fabriken, Postkarten, Handwerk, Reichsarbeitsdienst, Polizei, Musikvereine sowie Schützenfeste.

Bei einzelnen Bildern ist bislang noch unklar, wo sie entstanden sind und was sie zeigen. Pastor Beuker hofft, dass vor allem ältere Bürger ein wenig mithelfen, um zu klären, was oder wen einzelne Fotos darstellen. Der Seniorennachmittag soll gegen 17 Uhr zu Ende gehen. Der Eintritt ist frei.


Heimatverein Hoogstede-Arkel übergibt Lok und zwei Waggons an die Gemeinde

Mit dem Denkmal am Ortseingang an der Kreisstraße 15 (Hoogstede-Twist), Ecke Molkereistraße, soll an die Zeit des Torfabbaus und der Moorkultivierung erinnert werden. Der Standort liegt in der Nähe der früheren Trasse nach Bathorn. Mitglieder des Heimatvereins haben die Moorbahn in Eigenleistung restauriert.

hlw hoogstede. Die Lok und den Packwagen stellte die Firma Ehrenborg und Fortmann kostenlos zur Verfügung. Mit Hilfe eines ungenannten Vermittlers kam noch eine Kipplore hinzu, berichtete der Vorsitzende des Heimatvereins Hoogstede-Arkel, Johann Jeurink, vor Kurzem bei der Übergabe des Denkmals an die Gemeinde Hoogstede.

Alle Fahrzeuge sind zunächst bei der Firma Schipper in Ringe sandgestrahlt und danach in der Werkstatt von Jan-Hindrik Teunis von Mitgliedern des Heimatvereins instand gesetzt worden. Anschließend wurden die Schienenfahrzeuge zwei Mal grundiert und mit dem so genannten letzten Anstrich versehen. Die Lok, die noch immer über den Original-Deutz-Zweizylinder-Dieselmotor verfügt, erhielt außerdem ein neues Verdeck. Den Packwagen hat der Heimatverein mit Weißtorf aus Kaliningrad beladen. Die Kipplore zieren Blumen.

Die Feldbahn soll an die Trasse erinnern, die der Reichsarbeitsdienst um 1938 an dieser Stelle baute. Die Feldbahn wurde damals für den
Sandtransport eingesetzt. Fast der komplette "Stapenberg" sei in Handarbeit abgetragen worden, berichtete Jeurink. Der Sand sei zum Bathorner Diek transportiert worden, um bessere Verhältnisse bei der Moorkultivierung zu erhalten. Über den gesamten Trassenverlauf, die Geschichte des Reichsarbeitsdienstes und der Gefangenenlager werde demnächst in der Dorfchronik mehr zu lesen sein, kündigte der Vorsitzende an.

Weiter sagte Jeurink, dass Hoogstede mit seinen neuen Siedlungen, der Vechte und Lee, den Berger Tannen und den Hochmoorflächen eine Menge zu bieten habe. "Unser Dorf lebt – unser Dorfleben ist in Ordnung", meinte Jeurink. Im vor zwei Jahren gegründeten Heimatverein Hoogstede-Arkel engagierten sich heute mehr als 200 Mitglieder. Wenn sich alle Mitglieder mit eingebunden fühlten, könne der Verein noch einiges für Hoogstede bewegen, aber: "Wir wollen nicht die verlängerte Werkbank irgendwelcher Leute sein", warnte Jeurink.
Der Vorsitzende übergab den Platz mit der Feldbahn an die Gemeinde, die durch Bürgermeister Jan Ensink, und seine Stellvertreter Fritz Berends und Hannelore Scholten vertreten war. "Die Gemeinde Hoogstede lebt von diesen Verbänden und Vereinen. Sie sind im Dorf aktiv
und beteiligen sich, wo immer sie gefragt sind", lobte Ensink.

Die Mitglieder des Heimatvereins hätten keine Arbeit gescheut, um die Feldbahn wieder auf Vordermann zu bringen. Nun stehe die Lok hier, wo sie damals ihren Dienst getan habe, so Ensink weiter. Aber nicht nur Füllsand sei mit ihr transportiert worden, sie sei auch für andere Transporte eingesetzt worden. Als Kind habe er gesehen, wie Menschen unter Bewachung damit transportiert worden seien, berichtete Ensink.
Zum Schluss regte der Bürgermeister gleich das nächste Projekt an: 1977 sei von Unbekannt bei der Gemeinde der Antrag gestellt worden, im Bereich des Transformators an der Molkereistraße eine Bank aufzustellen. Dies sei damals zwar einstimmig beschlossen worden. Die Bank sei aber bis heute nicht aufgestellt worden. Vielleicht werde der Wunsch nach über 30 Jahren noch einmal Wirklichkeit, meinte Ensink.

Einladung Kulinarische Besonderheiten

Ein positives Fazit konnten die Mitglieder des Heimatvereins Hoogstede-Arkel am Sonnabend nach dem Ende des ersten "anderen Adventsnachmittages" ziehen. Einige hundert Grafschafter sind der Einladung zu einem gemütlichen Nachmittag in weihnachtlicher Atmosphäre auf dem Hof Weuste gefolgt.

Nur wer am Sonnabend rechtzeitig zum ersten "anderen Adventsnachmittag" zum Hof Weuste nach Hoogstede aufgebrochen ist, konnte sich noch einen Sitzplatz im etwa 200 Quadratmeter großen Festzelt und in der angrenzenden Diele sichern. Die hohe Besucherzahl ist der Lohn für die vielen Mühen, die die Mitglieder des Heimatvereins in den Monaten der Vorbereitung der Veranstaltung auf sich nehmen mussten.
"Man muss schon viel Idealismus aufbringen, um so etwas für das Dorf zu organisieren", meinte der Vereinsvorsitzende Johann Jeurink. Er betonte, dass man bei der Veranstaltung nicht unbedingt eine Gewinnerzielung anstrebe, sondern kostendeckend arbeiten wolle. Das "Klönen" mit Freunden, Verwandten und Bekannten in gemütlicher weihnachtlicher Atmosphäre ohne Stress stand im Mittelpunkt des ersten "anderen Adventsnachmittages".

Neben einem umfangreichen musikalischen Programm mit dem Posaunenchor, dem Vechtetetaler Karl-Heinz Determann, den Hoogsteder Heimatsängern sowie dem Vereinsvorsitzenden selbst als Drehorgelspieler bot der Heimatverein den Gästen vor allen Dingen im kulinarischen Bereich einige Besonderheiten.

Die Besucher konnten wählen zwischen Stockfisch mit "Botterfett" und Mischobst oder Kesselwurst mit Sauerkraut. Beide Gerichte wurden jeweils mit Kartoffeln serviert. Dafür ist der Heimatverein im Vorfeld nicht nur ein finanzielles Risiko eingegangen, sondern betrieb auch einen hohen personellen Aufwand.

Allein fünf Personen seien am Freitagnachmittag mit dem Schälen der 150 Kilogramm Kartoffeln beschäftigt gewesen, zwölf Helfer hätten über vier Stunden lang die insgesamt 28 Kilogramm Stockfisch gesäubert, entgrätet und zu kleinen "Bündchen" gewickelt, berichtete Jeurink.
Am Veranstaltungstag wurde dann das Stromnetz auf dem Hof Weuste einer harten Probe unterzogen. Insgesamt 13 große Einkochkessel kamen zum Einsatz, um den Besuchern die insgesamt 280 Portionen Stockfisch und 250 Portionen Kesselwurst zuzubereiten.

Für den kleineren Hunger konnten die Besucher zwischen Waffeln und Pfannkuchen wählen. Zudem schenkten die Heimatfreunde neben heißem Glühwein und einigen Erfrischungsgetränken das Spezialgetränk des Heimatvereins Hoogstede-Arkel, einen hochprozentigen Obstler mit Früchten, aus.      

Heimatverein Hoogstede-Arkel will alte Feldbahn restaurieren

Mitglieder des Heimatvereins Hoogstede-Arkel haben vor kurzem drei Weidetore aus Eichenholz gebaut und aufgestellt. Die Bautruppe des Heimatvereins hatte die in früheren Zeiten typischen Gewerke in etwa 80-stündiger Arbeit selbst erstellt.

WeidentorDer arbeitsintensive erste "andere Adventssamstag" des Heimatvereins war gerade beendet, als auf die sechsköpfige Bautruppe, wie Vorsitzender Johann Jeurink das aus Hindrik-Jan Boll, Georg Büdden, Egbert Jonker, Jan-Hindrik Jonker, Gerrit-Jan Klomparends und Jan Hindrik Teunis bestehende Team gerne nennt, die nächste Aufgabe wartete: der Bau dreier Weidetore aus Eichenholz.

Bereits vor geraumer Zeit hatten die Grafschafter Landfrauen und das Landwirtschaftsamt in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse zum Bau solcher Weidetore, die in früheren Zeiten genauso typisch für die Gegend waren wie Wallhecken, aufgerufen. Durch das Aufstellen solcher Weidetore wird ein Stück von früher wiederhergestellt, und zwar nicht nur für Touristen, sondern auch für die Einheimischen. Zu bewundern sind die drei Gewerke in Tinholt bei der Schutzhütte an der K16, in Kalle an der Vechtetalstraße sowie bei der Schutzhütte in Berge.

In einem weiteren Projekt beschäftigen sich die Vereinsmitglieder mit der Restaurierung einer Feldbahn. Nach der Fertigstellung soll diese dann als Erinnerung an die frühere Feldbahn, mit der überwiegend Sand von Hoogstede nach Bathorn transportiert wurde, an der Molkereistraße aufgebaut werden. Hier verlief früher die Bahntrasse. Damit könne die Jugend sehen, wie früher Sandtransporte ausgesehen hätten, meint der erste Vorsitzende.

Der Vorstand beschäftige zurzeit mit der Organisation der "Fiets-Drie-Daagse", an denen sich der Heimatverein beteiligt, berichtet Jeurink. Die grenzüberschreitende Veranstaltung findet vom 17. bis 19. Mai in der Samtgemeinde Emlichheim und in Coevorden statt. Am Sonnabend, 19. Mai, führt die Route von Emlichheim über die Emlichheimer und Kleinringer Wösten nach Neugnadenfeld zur Stempelstation an der Kirche. Die Strecke führt auch zur Stempelstation beim Bauern Weuste an der Vechte in Hoogstede.

Dort würden insbesondere die Frauen des Heimatvereins für die Bewirtung der Gäste gefordert sein, sagt Jeurink. Neben den Teilnehmern an den "Fiets-Drie-Daagse" erwartet der Heimatverein auch weitere Vereinsmitglieder und Besucher aus dem Dorf, die einige gesellige Stunden auf dem Hof Weuste verbringen möchten. Man sei in jedem Fall bemüht, einen ansprechenden Rahmen zu präsentieren, verspricht der erste Vorsitzende.

Auch bei der Heimatforschung sei der Verein ein gutes Stück voran gekommen, berichtet der Koordinator der Arbeitsgruppe, Pastor Gerrit Jan Beuker. Aus fast allen Gruppen der einzelnen Ortsteile würden Erfolge gemeldet. "Wir sind auf einem guten Weg und können hierauf weiter aufbauen", soBeuker. Die ersten Ergebnisse sind auf seiner Homepage unter www.altreformiert.de/beuker zu finden.

Hinter vorgehaltener Hand diskutiere man im Ort bereits über eine 800-Jahr-Feier im Jahr 2009, berichtet Jeurink. "Bis dahin ist es zwar noch eine lange Zeit, andererseits bedürfen solche Events jedoch einer ausreichenden Vorbereitungszeit", so Jeurink.

BRAUCHTUM Neuer Heimatverein zählt nach acht Monate nach der Gründung bereits 126 Mitglieder

Im Heimatverein Hoogstede-Arkel hat sich seit der Gründung Ende März einiges getan: Die Mitgliederzahl ist um 50 auf 126 Heimatfreunde gestiegen, es haben sich Arbeitsgruppen gebildet, zudem verfügt die Gruppe über ein eigenes Vereinslied und ein Wappen. Das berichtete der Vorsitzende Johann Jeurink vor Kurzem während der ersten Jahresversammlung vor 86 Mitgliedern auf dem Hof Weuste.
"Die schroffe Haushaltslage lässt leider nicht viel Spielraum für große Anschaffungen, aber unsere Mitglieder haben durch ihr Engagement in den vergangenen Monaten bewiesen, dass die Hoogsteder diesen Verein wollen", erklärte Jeurink im Gespräch mit den GN. Natürlich dürfe man weiter von einem eigenen Heimathaus in Hoogstede träumen – "aber wir bleiben realistisch und wollen zunächst in kleinen Schritten vorwärts kommen".

Und das meinte der frühere Bankvorstand durchaus wörtlich: Pünktlich zum Nikolaus-Markt hatten die Niedergrafschafter tatsächlich ein kleines Haus fertig gestellt. In rund 240 Stunden ehrenamtlicher Arbeit war in den vergangenen Monaten nach Plänen von Jan Hindrik Jonker eine Holzhütte entstanden, die künftig bei Dorffesten aufgestellt werden soll. Erstmals haben die Mitglieder das Häuschen beim Nikolaus-Markt als "Schoosollen"-Backstube genutzt.

Einige Heimatfreunde trugen bei diesem ersten Auftritt bereits eine Tracht, wie sie früher in den Bauernschaften des Kirchspiels Arkel üblich war. "Bislang haben sich schon 19 Männer eine Tracht angeschafft, im nächsten Jahr sollen auch die Frauen Kleider erhalten", berichtete Jeurink. Die Zusammenstellung der Ausstattung erweise sich aber als schwierig, da es in den Dörfern rund um Hoogstede eine Vielzahl von Gewändern gegeben habe.

Neben der Trachtengruppe hat sich dem Heimatverein Hoogstede-Arkel auch eine Oldtimer-Gruppe mit alten Traktoren und Landmaschinen angeschlossen. Außerdem haben 16 Männer einen Singkreis gebildet, der plattdeutsches Liedgut interpretieren will. Auf dem Liederzettel steht übrigens auch ein Stück von Franz Reuvers, mit 81 Jahren ältestes Vereinsmitglied. Er schrieb zu einer niederländischen Melodie drei Strophen über "Hoogste".

Die gestifteten Liedermappen und auch die Trachten ziert mittlerweile ein Vereinslogo, das als Zeichnung die vier Kirchen aus Hoogstede zeigt. Zurzeit ist das Team um Johann Jeurink mit der Vorbereitung der niederländischen "fiets-3-daagse" beschäftigt, die im nächsten Jahr am Himmelfahrts-Wochenende unter anderem in Hoogstede Station machen. "Eine Chance, den Tourismus in unserer Gemeinde anzukurbeln", hofft der Vorsitzende.

Auch wenn die Heimatfreunde in den ersten acht Monaten ordentlich Gas gegeben haben, ist sich Jeurink eines Schwachpunkts durchaus bewusst: "Es geht darum, die Geschichte unseres Dorfs aufzuarbeiten. Wir würden gerne ein Archiv schaffen, stehen bei diesen Bemühungen aber noch ganz am Anfang." Aus diesem Grund hoffe man auf Starthilfe und Unterstützung von Hubert Titz, Heimatforscher und Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

Dennoch sieht der Vorsitzende den Heimatverein auf einem guten Weg: "Unsere Mitglieder treffen sich alle drei Monate in einer gemütlichen Runde, besprechen die nächsten Pläne und singen alte Lieder. Wir legen viel Wert auf eine familiäre Atmosphäre. Die Menschen sollen gerne zu uns kommen." Das nächste Treffen, zu dem die Gruppe weitere Interessierte einlädt, ist für Donnerstag, 9. März, um 20 Uhr auf dem Hof Weuste geplant.